Neuroleptikabehandlung.de
Diese Seite wurde neu konzipiert im März 2020
und wird alle paar Monate und Jahre weiter überarbeitet.


Inhalt
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Vorwort

Einleitung
  1. Der Patient im gesellschaftlichen, medikamentösen und psychischen Kontext
  2. Die Nachhaltige repressive Psychiatrie
  3. Dauerhaft krankhafte Zustände auch durch die Neuroleptikaeinnahme
  4. Erhöhte Depression und Suizidgefahr durch Neuroleptika
  5. Kurz gefasst wesentliche Nebenwirkungen von Neuroleptika (Link, Deutsch, English)
  6. Weltweite Zahlen des Psychopharmakakonsums
  7. Exzerpt aus Vortrag der Apothekerkammer,
    Nebenwirkungen von Neuroleptika (.pdf)
  8. Beipackzettel von Neuroleptika kann man online einsehen (Link)
  9. Wirkung von Psychopharmaka auf die Lern- und Arbeitsfähigkeit (Grafik)
  10. Wann endet die Familienversicherung für kranke Kinder?
    Info für betroffene Familien
 

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Vorwort

Neuroleptikabehandlung.de ist eine aufklärende und psychiatriekritische Internetseite, die von Patient Ben Winter aus Hamburg recherchiert, zusammengestellt und veröffentlicht wurde. Er möchte in kompakter Form über die Behandlung mit Neuroleptika informieren und aufwecken. Die problematische Position in Bezug auf Neuroleptika und die gängige Anwendungspraxis wird geschildert. Die meisten Internetseiten zu diesem Thema stammen nur von Ärzten, Psychologen und Journalisten. Hier informieren Patienten!
Wenn ich Inhalte der Webseite hinzufügen oder wieder herunternehmen soll, kann man mich kontaktieren unter der Email: Benjamin@aol.com oder ben.winter@gmx.de !


  
Einleitung


Neuroleptika werden in akuten Phasen psychischer Erkrankungen einige Monate höher dosiert verordnet und stellen im wesentlichen Fehlverhalten und falsche Sinneswahrnehmungen ruhig. Nach der Akutphase und Abklingen von Krankheitssymptomen werden die Neuroleptika in der Regel in Monats- und Jahresschritten Stück für Stück wieder reduziert. In Form einer Langzeittherapie sollen Neuroleptika dann weiter eingenommen werden zur Stabilisierung und Rückfallprävention. Die prophylaktische Neuroleptikaeinnahme kann etliche Jahre betragen, manchen Patienten wird sie sogar lebenslang empfohlen, und einige nehmen ihre Tabletten tatsächlich dauerhaft freiwillig ein. Neuroleptika reduzieren die Aktivität, Reize und Wahrnehmung im Gehirn des Menschen und helfen bei Reizüberflutung, Stress, innerer Unruhe, falscher Wahrnehmung und teils wirren Gedanken. Die Aktivität der Botenstoffe zwischen den Gehirnzellen wird durch die Medikamente gewollt reduziert.   Viele Patienten nehmen Neuroleptika nicht gerne ein und nicht freiwillig. Problematisch sind eine Reihe von teils schweren Akut- und auch Langzeit- Nebenwirkungen.  Die Psychopharmaka dämpfen beispielsweise ungewollt Sinneswahrnehmungen, Stoffwechselfunktionen sowie Leistungs- und Lernfähigkeit von Patienten. Neuroleptika können sich auch auf die Motorik der Muskeln negativ auswirken, etwa durch Lähmungserscheinungen und unwillkürliche Bewegungen. Neuroleptika heilen zwar bestimmte Symptome psychischer Erkrankungen, aber haben eigene teils massive körperliche Nebenwirkungen. Negative psychische Symptome wie Depressionen, Antriebslosigkeit und Suizidversuche können durch diese Medikamente ausgelöst und verstärkt werden. Die heutige Aussage der Wissenschaft, Psychosen seien durch Neuroleptika gut behandelbar, muss man aufgrund des hohen Nebenwirkungsprofils dieser Medikamente kritisch betrachten. Im Folgenden wird das Thema erörtert. Material von Patienten ist hier online gestellt.


 
1. Der Patient im gesellschaftlichen, medikamentösen und psychischen Kontext

Viele Patienten fühlen sich in ihrer aktuellen Lebenssituation und Entwicklung schlecht und gehen freiwillig in psychiatrische Behandlung, oder Freunde, Angehörige und der Arbeitgeber empfehlen eine Therapie und machen Druck. Häufig kommt es jedoch auch zu richterlich angeordneten Zwangsmaßnahmen, weil der Betroffene psychisch krank ist, sich entsprechend auffällig und störend in seinem Umfeld verhält, und die Lage auf Dauer so nicht weiter hinnehmbar ist. Hinzu kommt die fehlende Bereitschaft, sich in Behandlung zu begeben, mangelnde Krankheitseinsicht und Kooperation. Zwangseinweisung, Zwangsweise Unterbringung, Gesetzliche Betreuung und Zwangsmedikation können die Folgen sein.   Manche psychisch Kranke Straftäter werden lebenslang in Gerichtspsychiatrien weggesperrt, weil sie aufgrund ihrer Symptomatik das Wohl der Allgemeinheit gefährden und langfristig schlechte Genesungs-Prognosen haben. Entlassungen kommen auch vor, aber meistens mit strengen Therapie-Auflagen wie der regelmäßigen Neuroleptikaeinnahme. Spießige Einnahme-Pläne von Neuroleptika, oft monate- oder jahrelange rückfall-prophylaktische Einnahme, kommen auch bei friedlichen Patienten oft vor, die aus der Psychiatrie wieder entlassen wurden.

Psychiatrische und Soziale Einrichtungen, Psychotherapien, Medikamente, Rehabilitations- und Wiederintegrationspläne sollen zu Gunsten des Patienten verhandelt werden. Ärzte, Therapeuten, Betreuer, Gerichte, Angehörige, Freunde und andere Personen in der Umgebung des Patienten können bei den Behandlungsplänen gegebenenfalls mit verhandeln und mit wirken. Die langfristige Neuroleptikaeinnahme soll die Rückfallgefahr von Patienten deutlich verringern, die ansonsten wieder eine mehr oder weniger große Gefahr für sich oder ihr Umfeld darstellen könnten. Sie würden erneut zu einer nervlichen Belastung für ihre Mitmenschen und die Gesellschaft werden. Zum Beispiel können Neuroleptika durch ihre sedierende Wirkung taktisch die sexuellen Triebe hemmen oder den Patienten in Gehirn und Körper beruhigen und somit entspannter und friedlicher machen. Viele aus der Forensik entlassene Patienten müssen in heutiger Praxis weiter ihre Neuroleptika nehmen - oft für fünf und mehr Jahre - um andere später möglichst wenig zu gefährden. Das sind die üblichen Forensik-Entlassungs-Auflagen. Auch Patienten, die nicht straffällig geworden sind, müssen in der Regel nach Entlassung aus der stationären Unterbringung jahrelang weiter ihre Neuroleptika einnehmen, zum Teil sogar bis an ihr Lebensende. Gesetzliche Betreuer und richterliche Beschlüsse können für eine zeitliche Frist Zwangsmedikation in Form von Depot-Spritzen anordnen.

Niedrige Dosierungen wirken manchen Psychiatern gegenüber möglichen Krankheitssymptomen nicht repressiv genug, zahlreiche Ärzte sind gegen ein Absetzen der Medikation, und das trotz der vielen Nebenwirkungen der Psychopharmaka. Patienten sollen durch Neuroleptika ruhig gestellt werden in ihrem eigenen Interesse, damit sie sich nicht überfordern, überlasten, gefährden, schlecht benehmen und in ihrer Umgebung falsch verhalten. Das Soziale Umfeld begrüßt tatsächlich, wenn sich das Verhalten von Patienten unter Neuroleptika verbessert, etwas verwirrte, unruhige und nervlich anstrengende Mitmenschen können lockerer, angenehmer und umgänglicher werden. Betroffene Patienten können Neuroleptika als ’Bio-Chemische Folter’, Quälerei und massive Nebenwirkungsbelastung wahrnehmen, während das Umfeld mehr Ruhe und Entspannung im mitmenschlichen Umgang empfindet. Ein Teil der Patienten sieht die Nebenwirkungen der Neuroleptika als das kleinere Übel gegenüber den Krankheitsrisiken an und nimmt ihre Medikamente freiwillig.

Wirtschaftlich ist die Langzeitunterbringung, Langzeitbehandlung, Rehabilitation und Reintegration von Psychisch Kranken Patienten nicht, weil sie den Staat viel Geld kostet. Psychosoziale Einrichtungen und Rehabilitationsmaßnahmen können deutlich über 1000 Euro im Monat veranschlagen für viele Jahre. Psychisch Kranke fühlen sich trotzdem oft allein gelassen mit ihren Problemen. Regional vorhandene Therapie- und Integrations-Maßnahmen und die Medikation reichen für eine Genesung zum Teil nicht aus. Die Betroffenen erleben sich in der Gesellschaft als Außenseiter und werden von potentiellen Arbeitgebern, Ausbildern und im Bekanntenkreis stigmatisiert und sind nicht entsprechend belastbar. Hinzu kommen die einschränkenden und runterziehenden Nebenwirkungen der Langzeit-Psychopharmaka-Einnahme. Die Psychiatrie ist ein mögliches Auffanglager für Menschen in Lebenskrisen und die in ihrem Umfeld nicht mehr harmonieren. Manche Patienten landen so immer wieder in der Psychiatrie, alle paar Monate oder Jahre. Viele Betroffene sind chronisch krank und kommen nicht mehr so leicht über den Berg. Sie sind auf dauerhafte staatliche, therapeutische und soziale Unterstützung in ihrem Umfeld angewiesen.

Psychisch Erkrankte erleben sich selber und ihre Umwelt anders, sie haben Wahrnehmungsstörungen. Realitätsverlust, Leichtsinn, übertriebener Aktivismus, Aggressivität, Misstrauen gegenüber Mitmenschen und Gesellschaft, Ängste, innere Unruhe, Antriebslosigkeit, Sozialer Rückzug und unangemessene Gefühlsschwankungen können zu den möglichen Krankheitssymptomen zählen. Psychoharmaka können dann helfen. Man muss jedoch den Umgang mit Neuroleptika im Kontext von Patient und Gesellschaft kritisch sehen: Psychopharmaka sind keine ’Spaßdrogen’ und haben für den Patienten teilweise schlimme Nebenwirkungen. In nicht wenigen Fällen fühlen sich Patienten unter Neuroleptikabehandlung trotz Therapieerfolgen schlechter als vorher. Psychiater können dann versuchen, Antidepressiva und Tranquilizer hinzuzugeben, um die Stimmung wieder aufzuhellen. Es entstehen aber weitere körperliche Nebenwirkungen. Die gesellschaftliche Integration, sozial und beruflich, gelingt Psychisch Kranken meistens nicht so leicht. Die These, dass Neuroleptika im gesellschaftlichen und psychischen Kontext des Patienten unterstützend wirken, muss man mit pro und kontra betrachten und darf man nicht nur bejahen. Die gängige Meinung der heutigen westlichen Medizin und Ärzte, dass Psychosen mit Neuroleptika gut behandelbar sind, zweifele ich an. Ich wünsche mir mehr Alternativen zur Neuroleptikabehandlung.


 


 
2. Die Nachhaltige Repressive Psychiatrie

Eine generelle Verbesserung heutiger teils immer noch schlechter repressiver Zustände in der Psychiatrie ist längst überfällig. Viele dieser Missstände können einem moralisch normal denkenden Menschen zuwieder sein. Behandlungs- und Unterbringungskosten in der Psychiatrie und Nachsorge, auch wechselwirkende Einflüsse mit dem Umfeld des Patienten, können Staat, Krankenkassen und Angehörige dauerhaft viel Geld kosten. Eine Vernachlässigung der eigenen Wünsche und Lebensgefühle des Patienten kann hinzukommen. Ärzten für Psychiatrie und Neurologie, Richtern und Gesetzlichen Betreuern kann man in manchen Fällen Körperverletzung und Nötigung hinsichtlich der Zwangsverabreichung von Medikamenten vorwerfen, und die Verharmlosung derer teils schweren und langanhaltenden Nebenwirkungen. Die psychischen Erkrankungen sind nicht zwingend schwer genug, um die oft jahrelangen Torturen des Patienten durch die vom Arzt verordneten Medikamente zu rechtfertigen! Manchmal steht aber das Leben und die Lebensqualität des Patienten und anderer Beteiligter auf dem Spiel. Die Nebenwirkungen der Psychopharmaka dürfen nicht, wie heute leider immer wieder der Fall, schlimmer als die Krankheitssymptome selber sein. Verbreitet wird von Fachärzten dem Patienten und seinen Angehörigen eine lebenslange oder zumindest jahrelange Einnahme der Psychopharmaka angeraten. Langfristige Stabilität wird dadurch zwar meistens hergestellt, aber eine vollkommen normale Lebensqualität und Lebensführung oft nie wieder erreicht. Absetzversuche bergen nicht unerhebliche Risiken für alle Beteiligten und können schiefgehen, die langfristige Einnahme jedoch führt zur dauerhaften medikamentösen körperlichen und mentalen Repression. Mögliche alternative nicht medikamentbezogene Behandlungsmethoden und engmaschig begleitende Gesprächstherapien kommen heute verbreitet zu kurz.
Zu oft ist die Wissenschaft der Ansicht, dass Patienten dauerhaft geheilt sind, nehmen sie dauerhaft ihre Medikamente,
sie übersehen jedoch zu sehr das Übel der Nebenwirkungen der Neuroleptika.




 
3. Dauerhaft krankhafte Zustände auch durch die Neuroleptikaeinnahme

Durch die starken Nebenwirkungen der Neuroleptika kommt es nicht selten zu schweren Spätfolgen, die langfristig zur Arbeitsunfähigkeit führen... Neuroleptika können, wenn man sie einnimmt, sehr vielfältige körperliche Erkrankungen und Störungen bewirken. Auftretende Spätdyskinesien und Folgeerkrankungen werden zum Teil nicht als neuroleptikainduziert erkannt. Oft wissen die Patienten und Ärzte nicht zufriedenstellend über das Nebenwirkungsspektrum bescheid. Es kommt im allgemeinen zu einer schnelleren Alterung durch Neuroleptika, wobei der Tod sogar langsamer und pflegeintensiver eintreten kann. Manche Nebenwirkungen treten bereits wenige Minuten nach der Einnahme von Neuroleptika ein, viele Patienten fühlen sich dann nicht mehr so gut. Durch "Neuroleptika-Nebenwirkungen" können indirekt hohe Kosten entstehen in Form von dauerhafter Sozialhilfe, Frührente, Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben und Sozialpsychiatrischer Betreuung. Der Patient ist auch wegen seiner Medikamente nicht mehr normal arbeitsfähig und voll belastbar. Ein Studium oder eine Ausbildung sind aufgrund der Nebenwirkungen der Neuroleptika garnicht oder nur unter besonders geringen Dosierungen möglich. Die Nebenwirkungen müssen ärztlich überwacht und mitbehandelt werden. Behandlungskosten teilen sich Staat, Krankenkassen und in manchen Fällen das soziale Umfeld des Betroffenen. Beispiele von Langzeitnebenwirkungen: Übergewicht,   Leberzirrhose, Gehirnschlag,  Alzheimer-Krankheit, Herz- und Lungen-Infarkte, Thrombosen, Diabetes, Parkinson-Syndrom, Klassische vorzeitige Vitaminmangel-Alterungssymptome und Verringerung der allgemeinen muskulären und organischen Belastungsfähigkeit. Viele Patienten, die mit Neuroleptika behandelt werden, sind in Frührente und in aufwendigen sozialen Maßnahmen integriert und stehen dauerhaft nicht mehr auf ihren eigenen Beinen, sie haben zu wenig Antrieb und Lebenskraft; man darf diese Zustände nicht allein der psychischen Krankheit zuschieben,
sondern muss den Medikamenten eine Mitschuld geben.



 
4. Erhöhte Depression und Suizidgefahr durch Neuroleptika

Bestimmte Neuroleptika, insbesondere in hohen Dosierungen, können Körper und den eigenen Antrieb so stark lähmen und schwächen, dass eine Suizidplanung dem Patienten nicht mehr so einfach gelingen kann. Manche Patienten stehen aber durch die Psychopharmakaeinnahme quasi unter "Alkoholeinfluss", "Strom" und "Zugzwang" und können teils entschlossener und williger ihre Suizidtendenzen ausleben, praktizieren und realisieren.
Das Problem ist auch vergleichbar mit einem negativen Drogeneinfluss. Patienten können aufgrund der teils starken Nebenwirkungen von Neuroleptika durchdrehen und sind dann gerade wegen der Neuroleptikaeinnahme verstärkt selbstmordgefährdet.
Die "Induzierte Negativsymptomatik" spielt hier eine Rolle: Neuroleptika können durch ihre dämpfende Wirkung Antriebsschwäche, Depressionen, Demotivation, Gefühlsarmut und Hoffnungslosigkeit verursachen. Die Einnahme der Psychopharmaka soll aber über Jahre weiter fortgeführt werden. Nach der Einweisung in die Psychiatrie und der damit verbundenen persönlichen Freiheitsberaubung, während der oft repressiven und provozierenden Behandlung in der Klinik, und bei den schwierigen neuen sozialen Lebensumständen, die sich nach der Entlassung aus dem Krankenhaus konstituieren können, besteht ein besonderes Selbstmordpotential. Diese Tendenz zum Suizid wird dann verstärkt durch die Nebenwirkungen der Neuroleptika und die damit verbundene Quälerei des Patienten. Manche Behandelte möchten sich den Medikamenten und ihren teilweise massiven Nebenwirkungen für immer entziehen. Sie werden jedoch zwangsmedikamentisiert, unterstützt durch gesetzliche Betreuer, Ärzte, Angehörige und gerichtliche Beschlüsse, und haben nur noch die Wahl des Selbstmordes als Ausweg. Es gibt immer wieder Fälle, in denen zwangsverabreichte Medikamente und ihre Langzeitnebenwirkungen den Patienten mit in den Suizid treiben. Angehörige trauern später um ihren verstorbenen Patienten, und die eigentlich gut gemeinte Behandlung endete leider tödlich.

 



 
 
5. Link:  

Wesentliche Nebenwirkungen  von Neuroleptika
(Präsentation, 9 Seiten)




Main side effects of Neuroleptics
(Presentation, 9 Pages, In English Language)



Benjamin Winter,  Patient,   2003,     überarbeitet 2020




 
6. Weltweite Zahlen des Psychopharmakakonsums

Statistiken zum globalen Umsatz von Neuroleptika findet man im Internet mit unterschiedlichen Angaben. Psychopharmaka werden hauptsächlich aufgeteilt in Antipsychotika, Antidepressiva und Tranquilizer. Der Umsatz von Antidepressiva und Antipsychotika weltweit ist ähnlich und liegt in der Größenordnung von jeweils 10 bis 20 Milliarden Euro. Der globale Umsatz von Tranquilizern ist etwa halb so hoch und liegt bei knapp 10 Milliarden Euro. Die Zahlen pro Kopf variieren in unterschiedlichen Ländern und Kontinenten um einige Größenordnungen: Weltweit nehmen in der Regel eine einstellige Prozentzahl der Bevölkerung regelmäßig Psychopharmaka ein, in Deutschland sind es deutlich über eine Million Bürger. Hier beträgt der Psychopharmakaumsatz pro Jahr gut eine Milliarde Euro. Auf der Welt nehmen Zig Millionen Menschen täglich Neuroleptika, Antidepressiva und Tranquilizer ein. Weil alleine in Deutschland knapp eine halbe Million Patienten Neuroleptika einnehmen, betrifft das Thema Neuroleptikabehandlung und Nebenwirkungen wirklich viele Menschen. Diese Medikamente werden immer wieder falsch angewendet, Dosierung, Häufigkeit und Langfristigkeit sind dann in Bezug auf Wirkung und Nebenwirkungen unangemessen, oder es entstehen psychische oder körperliche Abhänigkeiten.





 
7. Link:  Exzerpt eines medizinischen Vortrages der Apothekerkammer des Saarlandes.
Es geht um Nebenwirkungen von Neuroleptika. (.pdf)


Wichtige Nebenwirkungen  von Neuroleptika,
Ausschnitt aus Präsentation der Apothekerkammer





 
8. Link: Beipackzettel von Neuroleptika kann man hier online einsehen,
Substanz-Bezeichnung in die Suchmaske eingeben:


www.Nebenwirkungen.de/Datenbank/






 
9. Abstrakte Grafik: Wirkung von Psychopharmaka auf die Lern- und Arbeitsfähigkeit


Grafik:  Benjamin Winter als Patient,   2007    überarbeitet 2012 und 2020,
erstellt mit Excel und Photoshop


 




 
10. Wann endet die Familienversicherung für kranke Kinder?

Von Vanessa Bauer:    Zu den besonderen Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung gehört die kostenfreie Familienmitversicherung. Die Webseite www.kvzentrale.com weist auf die je nach Lebenssituation unterschiedlichen Altersgrenzen hin, die für diese gelten. Die allgemeine Altersgrenze: Grundsätzlich scheidet ein Kind aus der Familienmitversicherung aus, wenn es das 18. Lebensjahr vollendet. Auch vor dem Erreichen dieser Altersgrenze ist eine eigene verpflichtende Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung möglich. Diese tritt ein, sobald das Kind eine duale Berufsausbildung beginnt oder einen Job übernimmt und dabei regelmäßig mehr als 450 Euro im Monat verdient.
Die Verlängerung der Altersgrenze:
Alle Kinder, die aus einem beliebigen Grund kein Einkommen erzielen, haben bis zur Vollendung ihres 23. Lebensjahres Anspruch auf die Familienmitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Während des Schulbesuchs sowie während eines Studiums führt die gesetzliche Krankenkasse die Familienversicherung bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres fort. Während des Studiums bleibt die kostenfreie Krankenversicherung über die Eltern selbst bei einem regelmäßigen Nebenverdienst von mehr als 450,00 Euro je Monat erhalten, sofern der Student die für eine Nebenbeschäftigung erlaubte Arbeitszeit nicht überschreitet. Diese beträgt während der Vorlesungszeit zwanzig beziehungsweise bei überwiegender Tätigkeit am Wochenende fünfundzwanzig Stunden. Für eine Nebentätigkeit während der Semesterferien gilt diese Beschränkung nicht. Eine weitere Verlängerung der Mitgliedschaft in der Familienversicherung ist möglich, wenn der Student oder Fachschüler seine Ausbildung durch ein Freiwilliges Soziales Jahr oder durch den Wehrdienst beziehungsweise durch einen Freiwilligendienst unterbrochen hatte. Familienmitversicherung ohne Altersgrenze bei starker Behinderung Behinderter Kinder sind nach SGB IX ohne Altersgrenze in der Familienmitversicherung versichert, wenn sie dauerhaft außerstande sind, selbstständig für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Entgegen einer teilweise verbreiteten Annahme reicht der Besitz eines Behindertenausweises somit nicht für die Aufhebung der Altersgrenze in der Familienmitversicherung aus.                

                    
Hamburg, 2.6.2017








          Update zuletzt am 29.1.2021



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